Believe in your way ...

... oder was dir ein Puzzle sagen kann: 

1. Auslage
Was für ein Prachtswochenende doch grad hinter uns liegt: Und wäre nicht noch immer Corona, so würden wir bestimmt alle tausend Ideen haben, wie so Freitage gefüllt werden können. Nach über einem Jahr Corona brauchen wir alle nun langsam Phantasie-Reserven und Inspiration. Wir kamen auf die Idee, ein neues Puzzle hervorzunehmen und ein Wochenende intensive Auszeit mit puzzlen zu verbringen. Und was für einem challenging Puzzle! Die grösste Herausforderung ist jeweils, wie ich so eine Idee meiner Family verkaufe. Dass Familie mit sehr viel Kommunikation verbunden ist, ist klar und logisch. Meine Einstellung ist darüber hinaus, dass Familie sehr viel mit Marketingwissen zu tun hat: Wie verkaufe ich eine neue Idee so, dass sie
ankommt - und zwar möglichst bei allen? Heisst, dass sie nicht in eine Polarisierung, sondern in einen gemeinsamen Hype führt. Schlechtes, unüberlegtes oder gar fehlendes Marketing führt nämlich oft zu Stress, Konflikten bis hin zu Krisen und das ist ja genau, was es zu vermeiden bzw. oft auch aufzulösen gilt. 

2. Erster Erfolg

Auf unsere Familie bezogen ist die grösste Herausforderung, dass nur ich ein Puzzlefan bin. 2 Personen finden es sosolala und 3 Personen haben die Geduld ganz und gar nicht dafür. Es gehört also eine gehörige Form von positiver Führung, von Vorbildleben in Form von überzeugter intrinsischer Motivation (eben nicht vorgespielte intrinsische Motivation!) dazu und eine sehr, sehr niederschwellige Erwartungshaltung (besser noch: Ganz auf Pause geschaltete Erwartungshaltung). 

3. Es zeichnet sich ab ...
Ich bin mir seit Jahren bewusst, dass ich meinen Minderheitenstatus in Bezug auf Puzzles in der Familie nicht werde ändern können. Und das ist ja auch nicht mein Ziel. Ich muss ja auch niemanden von Grund auf ändern. Es kitzelt mir einzig, meine Familienmitglieder aus ihrem Widerstand zu locken. Und das gelingt mir jedes Mal und bei allen und das fasziniert mich immens und immer wieder aufs Neue. 

4. ... und ist so viel noch
Mir geht es doch auch so, dass wenn die Teile so vor mir liegen, ich zuerst tief einatmen muss, um den Mut zu bündeln. Und normalerweise mache ich mich als Erstes an den Rand und dann fülle ich in einer Mischung aus Struktur und Strategie und Chaos auf. Das ist meine bewährte Erfolgsstrategie bei Puzzles. beim Puzzle, das ich ausgewählt habe, war das nicht möglich, denn bei keinem Teil war offenkundig, ob es zum Rand oder zur Füllung gehört. Nicht mal die Vorlage war tauglich, da sie in völlig anderen Farben waren. 

5. Endspurt!

Und wie bei jedem Puzzleprozess zeigte sich, dass bei den ersten Teilen Jubel aufkommt, nach etwa einer Stunde die erste Ernüchterung und grosse Frage, ob das überhaupt bewältigbar ist, dann irgendwann der Flow und so gegen den Schluss der immer aufkommende grosse Zweifel: Sind das wirklich alle Teile? Brauchen wir nicht mehr, um das zu vervollständigen? Und ja, am Schluss kommt Energie für den Endspurt auf und der gemeinsame grosse Jubel: Geschafft!

6. die letzten Teile 

Nun, der emotionale Prozess in Bezug auf das Puzzle spielt sich auf zwei Ebenen ab: Den, den ich grad beschrieben habe und der andere ist noch weit spannender: Setze ich mich an ein Puzzle, kommt Widerstand auf: "Ich helfe dir nicht!" Und trotzdem gesellen sich alle Familienmitglieder - manchmal einzeln mit einem Tee, einem Kaffee, einem Sirup oder Eis zu mir und "schenken" mir bzw. dem Puzzle ihre Pausenzeit und schwups zieht es ihnen den Ärmel auch rein und sie zählen, wie viele Teile sie geschafft haben und kommen ins Feuer. "Nur noch 3 Teile, dann geh ich wieder!" Und ja, häufig bleiben sie klar länger als nur ihre "Pausenzeit". Und je länger ein Puzzle dauert, desto öfter gesellt sich meine Familie zu mir und will "einfach nur zusehen" bzw. "nur ein bisschen Plaudern", was natürlich nicht geht. Denn sitzt man so vor einem Puzzleprojekt, beobachtet man sehr genau. Man senkt den Blick auf die Teile, die sich zu einem Ganzen formen wollen und es entstehen die besten Diskussionen, die spannendsten Pläne werden geschmiedet und alte Geschichten und Erlebnisse ausgetauscht. Beim Puzzlen verbinden sich jedes Mal mehr als nur die Teile. Es verbinden sich auch die Menschen dahinter. Versuch es aus - egal ob du Puzzlefan bist oder nicht! Es muss ja nicht gleich ein 1000er Puzzle sein! Puzzle zählt laut meiner eigenen Erfahrung zu
7. Jubel! Geschafft!
den tollsten Stress-, Konflikt- und Krisenmanagern
für jede mitmachende Person und für das gemeinsame System, also in unserem Fall, die Familie. 

Gutes Zusammenführen wünsche ich dir! Und halte dich nie zu fest an die Vorlagen, denn sie stimmen häufig nicht mit der Wirklichkeit überein - weder beim Puzzle, noch im wirklichen Leben!

Deine Franziska

8. Vorlage


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