"Nein, ich darf jetzt nicht online gehen, sonst erwarten alle, dass ich ihnen antworte!" Solche Argumente höre ich regelmässig von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Was für ein Stress aber auch! Wie autonom dürfen wir noch sein in der heutigen Zeit? Welche "Antwortkadenz" auf eine Meldung ist sinnvoll? Warum sind bereits Jugendliche völlig im Stress und lassen sich von ihren Smartphones versklaven? Wo bitte ist ihre Rebellionskraft, die doch in der Pubertät ihre Berechtigung hat, um die eigene Persönlichkeit zu formen? Warum gibt es so wenige Gegentrends unter Jugendlichen, im Umgang mit all der Technik? Ich meine damit nicht Boykott, sondern Gelassenheit, Selbstverständlichkeit und Selbstsicherheit im Umgang mit all den Erwartungen.
Gleichzeitig frage ich mich: "Was, wenn die körperliche und emotionale Gesundheit auch eine Onlinefunktion hätte? Wenn also jedermann und -frau sehen könnte, wann ich das letzte Mal in Bezug stand mit meinem Körper und meinen Emotionen. Würde uns das gegenseitig auch so anstecken? Und würden wir dann auch reagieren, wenn wir sähen, dass jemand 2 Tage nicht mehr online war?
"Hey, ich sehe grad, du warst 2 Tage offline. Sind dir deine emotionale und körperliche Gesundheit nicht wichtig? Warum schottest du dich ab von dir?"
Nun, Personen, welche in einem positiven Bezug zum Körper und zu den Emotionen stehen, spüren, ob sie ihrer Gesundheit genügend Aufmerksamkeit geben oder nicht und brauchen so eine Funktion nicht. Gehören Sie zu dieser Sorte Mensch? Und gehen Sie darauf ein, wenn Ihnen der Körper oder die Emotionen Signale schicken?

Herzlichst
Franziska Bischof