Freitag, 30. September 2016

Wenn das Gleiche nicht das Gleiche ist ...

Liebe Leserin, lieber Leser

Ich möchte mit Ihnen drei persönliche Erlebnisse teilen: 

Vor einigen Tagen war ich mit meinem jüngsten Sohn, 6 Jahre alt, zu Fuss unterwegs. Wir kamen an einigen verdorrten Blumen und Sträucher vorbei. Daraufhin er: "Mama, lueg, die Blueme sind ganz roschtig!"Meine Antwort: "Ja, das gseht tatsächlich us wie Roscht, wenn die Blueme und Bletter verdorrt sind." Rost und Verdorrtsein ist nicht das Gleiche, obwohl es gleich aussieht!

Ein andermal ich zu unserem Sohn, der sich etwas erlaubt hat, was unter der Kategorie "Schlitzohrigkeit" abgebucht werden kann: "Hey, du bisch en rechte Luuser!" Unsere Teenytochter, sah mich daraufhin empört an. Sie verstand natürlich - Jugendslanggemäss - "Hey, du bisch en rechte Looser!" Luuser und Looser ist nicht das Gleiche, obwohl es gleich tönt!

Als berufstätige Mutter, die seit nunmehr 18 Jahren 80% arbeitet, werde ich noch immer regelmässig vom Umfeld gefragt: "Häsch denn du überhaupt no Ziet für dini Chind, wenn du so vill schaffsch?" Mein Mann - ebenfalls 80% berufstätig - bekommt selbst im 2016 noch immer bewundernd zu hören: "Wie cool isch denn das, dass du Teilziet schaffsch und dir so Ziet nimmsch für dini Chind!" 80% Erwerbsarbeit als Frau und 80% Erwerbsarbeit als Mann ist eben nicht das gleiche - warum eigentlich nicht!?

Herzliche Grüsse

Franziska Bischof