Freitag, 26. Februar 2016

Muss man seinen Job lieben, um glücklich zu sein?

Und wie verhält es sich im umgekehrten Sinne, wenn man seinen Job so extrem fest liebt, dass man sich fast schon als verheiratete Person mit seinem Job sieht? Ist das noch gesund?

Tatsache ist, dass man seinen Job tatsächlich sehr innig lieben und dennoch keinen Schaden davon tragen muss. ABER eine Heirat mit dem Job sollte man tatsächlich nicht eingehen - definitiv nicht! Der Job ist und bleibt ein Job und ersetzt weder menschliche Beziehungen, noch Hobbies noch andere Lebensprojekte, die auch spannend sein können.

Ein Job ist - egal ob selbständig oder als angestellte Person - letztendlich nur ein Vertrag. Innerhalb dieses Jobs geht man wiederum Beziehungen ein. Manche sind persönlicher Art, manche bleiben auf professioneller und sachlicher Ebene. Beides ist OK und erfüllend. Denn letztendlich sind es meist die Beziehungen, welche ausmachen, ob ich es als lohnend und sinnstiftend empfinde, mich für meinen Job einzusetzen.

Aber zurück zur Frage, ob man seinen Job lieben muss, um glücklich zu sein: Der Job ist ein Teil des Lebens und nimmt - egal ob als Hausfrau -mann mit oder ohne externen Teilzeitjob oder als Vollzeitworker/in - einen beachtlichen Teil unseres Lebens ein. Und da wir europäischen Menschen uns zu einem grossen Teil über unser Arbeitsleben definieren, ist es auch wichtig, dass dieser Einsatz von uns selbst wie auch von aussen wertgeschätzt wird. Ist das nicht der Fall, benötigen wir für ein-und-dieselbe Arbeit mehr Kraft. Sie kostet uns Energie, raubt uns unsere Motivation und letztendlich hinterfragen wir auch den Sinn dieser Arbeit. Wertschätzung und Arbeit gehören also eng zueinander. Doch was war zuerst - das Huhn oder das Ei?

Ich wünsche Ihnen ein erfüllendes Wochenende und einen positiven Start in die neue Woche!

Herzlichst

Franziska Bischof

P.S. am 18. März 16 findet unser erster Erlebnisevent in Zug zum Thema Burnout statt. Jetzt anmelden unter www.powermanagement.ch/erlebnisevents.html - es lohnt sich!




Montag, 8. Februar 2016

Nach einem arabischen Märchen ...

Freie Nacherzählung durch Franziska Bischof - sehr genaue Leser/Forscher/Denker/Kritiker mögen mir eventuelle Abweichungen zur Originalgeschichte verzeihen!

Es war einmal ein grosses, elegantes Kamel, das neben sich auf dem Boden eine kleine, geschäftige Ameise erblickte. Erstaunt beobachtete das Kamel, wie die Ameise einen Stohhalm mit sich schleifte, der ein x-faches grösser war als die Ameise selbst. Eine Weile beobachtete das Kamel das kleine Tierchen. Plötzlich konnte sich das Kamel nicht mehr zurückhalten und fragte neugierig:


"He, kleines Tierchen, wie machst du das? Ich meine, du bist ja so klein und dieser Strohhalm ist doch bestimmt 20-mal schwerer als du selbst! Ich werde schon müde, wenn ich eine Last tragen muss, die 20-mal leichter ist als ich selbst!"

Die Ameise hielt inne, legte den Strohhalm ab, schaute zum Kamel empor und begann, ganz angestrengt nachzudenken. "Hm, das ist eine gute Frage, die du mir da stellst!" Lange stand die Ameise so stirnrunzelnd und konzentriert da und dann antwortete sie in überzeugtem Ton: "Weisst du, es ist so, dass ich eben für mich und mein Volk arbeite und das macht mir Spass und drum kann ich auch grosse Lasten tragen - grössere Lasten als man sie mir je zutraut. Du aber bist nicht frei. Du arbeitest für deinen Herrn. Das ist der Unterschied." Die Ameise war mit sich und ihrer Antwort zufrieden, nahm ihren Strohhalm wieder in den Mund und ging schnell weiter.

Zurück liess sie ein Kamel, das nun angestrengt nachdachte ...